was ist eigentlich bausparen


zugegeben, „bausparen“ klingt wenig sexy. viele denken beim begriff bausparen an ein altbackenes sparprodukt, das etwas verstaubt daherkommt. dabei ist es durchaus ein finanzierungsinstrument mit blick in die zukunft.

in niedrigzinsphasen ist bausparen eine interessante option, um sich die günstigen finanzierungszinsen für die zukunft zu sichern. ein bausparvertrag besteht aus einer ansparphase, einer zuteilungsphase und einer darlehensphase. bausparen ist vor allem dann attraktiv, wenn in der zukunft steigende finanzierungszinsen zu erwarten sind.

werfen wir einen blick darauf, für wen ein bausparvertrag eigentlich sinnvoll ist und für wen sich ein vergleich mit anderen optionen lohnt.

ausstattung und merkmale des bausparens

die einzelnen phasen eines bausparvertrags


der vertrag besteht aus insgesamt drei phasen, wobei die dritte phase nur dann zum tragen kommt, wenn du ein bauspardarlehen in anspruch nimmst.

die sparphase beim bausparen


wie der name schon sagt, sparst du während der sparphase erst einmal die mindestsparsumme an. das sind in der regel 30 % – 50 % der bausparsumme. dies geschieht durch deine eigenen monatlichen zahlungen. es kann aber auch durch vermögenswirksame leistungen von deinem arbeitgeber passieren. meist sind auch einmalzahlungen möglich, die du entweder am anfang oder jährlich leisten kannst.

während der sparphase wird dein geld mit einem festen guthabenzins verzinst.

die zuteilungsphase des bausparers


nach ende der sparphase kommt die zuteilungsphase. dafür müssen einige mindestvoraussetzungen erfüllt sein. so musst du die mindestspardauer erreicht haben. auch eine mindestbewertungszahl muss erreicht sein, wobei sich diese spezifika von bausparkasse zu bausparkasse unterscheiden. in dieser periode informiert dich deine bausparkasse entweder darüber, dass dein vertrag zugeteilt ist und nun das angesparte guthaben inkl. zinsen abgerufen werden kann. oder du kannst die gesamte bausparsumme in anspruch nehmen, also dein guthaben und das bauspardarlehen. jetzt entscheidest du, wie es weitergeht. du hast drei optionen:

du nimmst das darlehensangebot an

wenn du das darlehensangebot annimmst, wird dir das bauspardarlehen zusammen mit deinem guthaben ausgezahlt. damit kannst du die immobilie deiner träume kaufen oder zum beispiel ein bestehendes objekt modernisieren.

du verschiebst das darlehensangebot

wenn du das darlehensangebot vertagst, kannst du weiterhin geld ansparen und dein bauspardarlehen zu einem späteren zeitpunkt abrufen. deine mögliche darlehenssumme verringert sich jedoch um deine weiteren einzahlungen das liegt daran, weil sich die maximale darlehenssumme aus der vereinbarten bausparsumme abzüglich des angesparten guthabens ergibt.

du lässt dir dein angespartes guthaben auszahlen und löst deinen bausparvertrag auf

entscheidest du dich für die dritte option, so wird dein vertrag aufgelöst und du erhältst dein angespartes geld zuzüglich zinsen. damit verfällt auch dein anspruch auf ein mögliches bauspardarlehen. die dritte phase kommt somit in diesem fall nicht zum tragen.

die darlehensphase beim bausparer


in der darlehensphase zahlt dir die bausparkasse den kredit aus. nimmst du das bauspardarlehen in anspruch, so musst du seine wohnwirtschaftliche nutzung nachweisen. das bedeutet, dass du das geld nur im kontext des wohnens verwenden darfst. du kannst damit ein haus oder eine eigentumswohnung kaufen, eine immobilie renovieren oder diese mit einer neuen inneneinrichtung ausstatten. es steht dir ebenfalls zu, kredite zu tilgen, die du in verbindung mit einer immobilie aufgenommen hast.

mit dem bauspardarlehen darfst du jedoch keinen urlaub machen, kein auto finanzieren oder dergleichen. wurde dir das bauspardarlehen ausbezahlt, so musst du es natürlich wieder zurückbezahlen. das funktioniert wie mit den einzahlungen in der sparphase per monatlicher fixer rate zur tilgung. du kannst hier aber auch zusätzlich die möglichkeit von sondertilgungen jederzeit nutzen und so dein darlehen schneller tilgen.

staatliche förderungen beim bausparen


in deutschland gibt es drei unterschiedliche staatliche förderungen für das bausparen.

arbeitnehmersparzulage (stand 07/2020)


die arbeitnehmersparzulage ist eine etwas komplexere prämie, die du beanspruchen kannst, wenn du dir deinen bausparvertrag auszahlen lässt. generell funktioniert sie nur, wenn dein arbeitgeber monatlich vermögenswirksame leistungen in deinen bausparvertrag einbezahlt. oder wenn du selbst als arbeitnehmer deine vermögenswirksamen leistungen jeden monat in deinen bausparvertrag einspeist. um die arbeitnehmerzulage zu erhalten, darf dein zu versteuerndes jahreseinkommen

17.900 € bei alleinstehenden und 35.800 € bei verheirateten nicht überschreiten.

wohnungsbauprämie (stand 07/2020)


bei der wohnungsbauprämie handelt es sich um eine spezielle förderung für das bausparen, die bis zu 8,8 % betragen kann. auch sie unterliegt gewissen einkommensgrenzen. bei einzelpersonen liegt die grenze des zu versteuernden einkommens bei maximal 25.600 € pro jahr. für verheiratete paare verdoppelt sich diese summe auf 51.200 € p.a.

es werden jährlich bis zu 512 €, bzw. 1024 € bei verheirateten, deiner eingezahlten sparsumme mit 8,8 % bezuschusst. maximal sind das 45,06 € bei alleinstehenden und 90,11 € bei verheirateten. pro jahr müssen mindestens 50 € in diesen vertrag einfließen. als sparer steht es dir frei, dazu teilweise vermögenswirksame leistungen zu verwenden, wenn er nicht bereits durch die arbeitnehmersparzulage gefördert wird. der vertrag muss über eine dauer von 7 jahren abgeschlossen werden.

riesterförderung (stand 07/2020)


riesterverträge fördert der staat auf zwei arten: über zulagen und über steuervorteile. für die gesamte förderung werden beide gegengerechnet. für eine volle riesterförderung musst du jährlich mindestens 4 % deines rentenversicherungspflichtigen einkommens einzahlen. der maximale geförderte betrag beläuft sich auf 2.100 €. für arbeitnehmer sind bruttoeinkommen und rentenversicherungspflichtiges einkommen meist identisch.

die zulagen im überblick:

grundzulage 175 € pro erwachsener
kinderzulage vor 2008 geboren: 185 €
kinderzulage ab 2008 geboren: 300 €

vorteile und nachteile kurz zusammengefasst


damit du leichter entscheiden kannst, ob das bausparen sinnvoll für dich ist, gibt es nochmals die vor- und nachteile im vergleich.

vorteile


zu den vorteilen beim bausparen zählt die zinssicherheit. du sicherst dir bei abschluss deines bausparvertrags bereits die zinsen, die du künftig zahlen wirst.

es gibt einige staatliche förderungen, die du für das bausparen ausschöpfen kannst. diese gibt es als extra auf deine eigene sparleistung oben drauf.

attraktiv sind auch die möglichen sondertilgungen während der darlehensphase. so kannst du dein bauspardarlehen jederzeit kostenlos teilweise oder vollständig tilgen.

nachteile


diesen punkten stehen auch einige nachteile gegenüber. so kann es für dich sein, dass du eventuell günstigere konditionen für ein darlehen bei banken erhältst, als im rahmen eines bausparvertrags. da kannst du bei den zinsen womöglich sparen.

die relativ langen wartezeiten sprechen ebenfalls gegen das bausparen, gerade wenn du es eilig hast oder nicht mehr ganz jung bist und deine immobilie noch einige jahre genießen möchtest. denn das darlehen steht dir beim bausparvertrag erst nach einer wartezeit zur verfügung.

ein weiterer nachteil sind die abschlusskosten bei einem bausparvertrag. schließt du einen bausparvertrag ab, so fallen dafür kosten in höhe von 1% bis zu 1,6% der bausparvertragssumme an.

fazit bausparen


ob das bausparen für dich persönlich sinnvoll ist oder nicht, hängt von verschiedenen faktoren ab. bist du ein arbeitnehmer, der ziemlich am anfang seiner beruflichen karriere steht, so kann bausparen für dich sinnvoll sein. du kannst von diversen staatlichen förderungsmöglichkeiten profitieren und mittelfristig deine eigene immobilie genießen. wenn es dir gar nicht um die finanzierung einer immobilie geht, sondern um eine möglichkeit, geld zu sparen, ist der bausparvertrag eine sichere option für dich, dein geld auf die hohe kante zu legen und einige zinsen dafür zu bekommen.

im vergleich dazu ist das bausparen weniger sinnvoll für dich, wenn du nicht mehr ganz jung bist und kein klassischer arbeitnehmer, sondern vielleicht selbständig oder unternehmer. in diesem fall ist es sinnvoll, wenn du einen vergleich mit anderen (darlehens-) möglichkeiten anstellst und für dich das optimale produkt findest.


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