was ist ein wegerecht

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wegerecht

das wegerecht gehört zu den am häufigsten vorkommenden grunddienstbarkeiten. eine grunddienstbarkeit gibt vor, welche rechte der eigentümer eines grundstücks, anderen mitbenutzern (meist einem nachbarn) einräumen muss.

grunddienstbarkeiten stehen in der abteilung zwei des grundbuchs (lasten und beschränkungen). ein genauer blick vor einem hauskauf ist auf jeden fall empfehlenswert.

es wird zwischen einem herrschendem und einem dienendem grundstück unterschieden. das dienende grundstück ist dabei das, welches überquert wird. das herrschende hingegen profitiert vom wegerecht und wird auch oft als hinterliegergrundstück bezeichnet.

beim wegerecht darf der nachbar über ein angrenzendes grundstück gehen oder fahren, um zu seinem haus zu gelangen.

wer nun ein dienendes grundstück besitzt, muss jedoch nicht alles akzeptieren:

  • eine schonende ausübung der grunddienstbarkeit (§ 1020 bgb): ein nachbar mit wegerecht darf nicht ohne grund auf dem gemeinsam genutzten weg auf- und abfahren
  • unterhaltungspflicht: der nachbar der aufgrund des wegerechts den privatweg mit benutzen darf, ist hier auch laut gesetz zum unterhalt und zur instandsetzung dieser anlage mitverpflichtet (§ 1021 bgb)

das wegerecht kann privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich geregelt sein. bei einem privatrechtlich geregelten wegerecht wird entweder eine vereinbarung in form eines vertrages geschlossen oder eine grunddienstbarkeit im grundbuch des dienenden grundstücks eingetragen. bei einer grundbucheintragung bleibt das wegerecht auch bei einem weiterverkauf des grundstücks bestehen.

ein öffentlich-rechtliches wegerecht ist im sogenannten baulastenverzeichnis als baulast zu finden. der grundstückseigentümer verpflichtet sich damit gegenüber dem bauamt, bauvorhaben oder bauliche veränderungen am betreffenden weg zu unterlassen.

es kann natürlich vorkommen, dass ein grundstück keinen direkten zugang zu öffentlichen wegen hat, dann gilt das sogenannte notwegerecht (§§ 917 – 918 bgb). das ist vor allem bei hinterliegergrundstücken der fall. hier muss der eigentümer dem nachbarn erlauben sein grundstück zu überqueren dem eigentümer steht eine notwegrente zu, d.h. er kann vom mitbenutzer ein entgelt verlangen.

ob sich ein wegerecht wertmindernd auf ein grundstück auswirkt, wird im einzelfall geprüft.
beispielsweise, dass ein weg zur durchfahrt freigehalten werden muss und nicht anderweitig genutzt werden kann.