was ist eine zwangsvollstreckung


bei einer zwangsvollstreckung kann ein gläubiger mithilfe von staatlichen mitteln seine forderungen oder ansprüche einem schuldner gegenüber durchsetzen. dabei handelt es sich beispielsweise um unbezahlte geldforderungen. der gläubiger setzt seine forderungen etwa durch, indem er den gerichtsvollzieher mit einer sachpfändung beauftragt, oder das konto des schuldners pfänden lässt.

im gesetz sind verschiedene möglichkeiten der vollstreckung vorgesehen. neben der erwähnten pfändung von gegenständen oder des kontos, gibt es beispielsweise auch die lohnpfändung. sind immobilien von der zwangsvollstreckung betroffen, so kommt es zu einer zwangsversteigerung.

hat ein schuldner steuerschulden, schulden bei einem gericht oder einer behörde, oder unbezahlte rechnungen, so ist die zwangsvollstreckung oft die letzte möglichkeit, um eine begleichung der offenen beträge zu erwirken. handelt es sich um private schulden, so kommt vor der zwangsvollstreckung ein gerichts- oder mahnverfahren.

zwangsvollstreckung im zuge einer immobilienfinanzierung


der begriff zwangsvollstreckung lässt vielen menschen das blut in den adern gefrieren. viele glauben, dass ihr wohneigentum direkt zwangsversteigert wird, wenn sie mit einer monatsrate ihrer baufinanzierung in verzug sind. oder dass der gerichtsvollzieher mit dem kuckuck vor der tür steht, sobald sie die rate für ihren kredit einmal nicht pünktlich beglichen haben. ganz so schnell und dramatisch läuft es in der realität jedoch nicht ab, da können wir dich beruhigen. es gibt einige schritte zwischen einer nicht pünktlich bezahlten rate und dem besuch des gerichtsvollziehers.

bist du mit deinen immobilienfinanzierungsraten im rückstand, so kann die bank die zwangsvollstreckung anwenden, um an ihr geld zu kommen. dadurch kann sie die offene restschuld mithilfe des staates vor gericht einklagen. dazu muss der bank ein vollstreckungstitel vorliegen. das ist etwa ein vollstreckungsbescheid oder ein rechtskräftiges urteil. es kommt nicht sofort zu einer zwangsversteigerung deiner immobilie, wenn es einmal eine rücklastschrift gibt. als eigentümer einer immobilie solltest du jedoch früh handeln. befindest du dich aktuell in einer schwierigen finanziellen lage und schaffst es nicht, die baufinanzierungsrate zu bedienen, solltest du die situation mit deinem baufinanzierungsvermittler besprechen. alternativ sprichst du mit einem mitarbeiter der bank, bei der du deine baufinanzierung aufgenommen hast. nun könnt ihr gemeinsam nach einer geeigneten lösung suchen.

ist dein finanzieller engpass nur vorübergehend, so besteht die option, den tilgungssatz zu reduzieren. bist du vielleicht gerade krank oder lässt dich scheiden, so gehen die finanziellen schwierigkeiten meist kurz- bis mittelfristig wieder vorbei. wenn sich die finanzielle situation jedoch prinzipiell geändert hat, so gilt es nun, deine einnahmen zu erhöhen. ist das nicht möglich, so solltest du zur begrenzung des schadens dein haus selbst verkaufen. derzeit kannst du mit einem hausverkauf einen weit besseren preis erzielen als durch eine zwangsversteigerung.

zwangsversteigerung knapp zusammengefasst


bei der zwangsversteigerung handelt es sich um ein vollstreckungsverfahren. dieses ist im gesetz über die zwangsverwaltung (zvg) und die zwangsversteigerung geregelt. im rahmen einer zwangsversteigerung werden ansprüche mit staatlichen machtmitteln durchgesetzt. der gläubiger hat die option, aufgrund von forderungen in das unbewegliche vermögen zu vollstrecken und dadurch die befriedigung seiner ansprüche durchzusetzen. es steht dem gläubiger zu, wohneigentum oder grundstücke eines schuldners zwangsversteigern oder unter zwangsverwaltung stellen zu lassen. im zuge der zwangsverwaltung kann der gläubiger den gerichtsvollzieher mit der pfändung oder verwertung von gegenständen aus der wohnung des schuldners beauftragen. dieses verfahren wird beim amtsgericht als vollstreckungsgericht durchgeführt.

weitere details zur zwangsvollstreckung


damit es zu einer zwangsvollstreckung kommen kann, muss der schuldner zuerst das außergerichtliche mahnverfahren durchlaufen. es dauert eine gewisse zeit, bevor man wegen zahlungsunfähigkeit vor gericht landet. erst nach abschluss des außergerichtlichen mahnverfahrens kann man beim gericht einen antrag auf erlass eines mahnbescheids stellen. die zustellung des mahnbescheids erfolgt per post. nun hat man vierzehn tage zeit, um seine schulden zu begleichen, oder einspruch einzulegen. passiert nichts dergleichen, so wird im nächsten schritt der antrag auf erlass eines vollstreckungsbescheids gerichtlich gestellt. mit dem vollstreckungstitel kann anschließend die zwangsvollstreckung durch einen gerichtsvollzieher durchgeführt werden.

nicht pfändbar

es können nicht alle wertsachen gepfändet werden. lebensnotwendige dinge wie möbel oder kleidung sind genauso wenig pfändbar wie gegenstände des alltäglichen bedarfs. dazu zählen computer, mobiltelefon, oder fernseher. auch die dinge, die der schuldner zur ausübung seines berufs benötigt, sind nicht pfändbar.

pfändbare wertgegenstände

wertgegenstände des schuldners, wie antiquitäten, schmuck, oder ähnliches beklebt der gerichtsvollzieher mit dem „kuckuck“, wie die pfandmarke im volksmund genannt wird. diese dinge werden zur versteigerung freigegeben.

unbewegliche gegenstände (immobilien)

kommt es zu einer vollstreckung, so werden nicht nur bewegliche dinge, sondern auch unbewegliche gegenstände wie eigentumswohnungen, häuser oder grundstücke gepfändet. sie werden öffentlich zwangsversteigert und gehen an den meistbietenden. der erlös dient dazu, die offenen forderungen aus der baufinanzierung zu begleichen. sollte bei der versteigerung ein überschuss erzielt werden, so geht dieser an den ehemaligen eigentümer der immobilie.

lohnpfändung

es ist auch möglich, den lohn oder das gehalt eines schuldners zu pfänden. in diesem fall wird der arbeitgeber des schuldners gerichtlich verpflichtet, den pfändbaren teil des gehalts eines schuldners solange statt an den schuldner an dessen gläubiger auszuzahlen, bis die offene forderung abgetragen ist.

welche folgen hat eine zwangsvollstreckung


solltest du einmal in finanziellen schwierigkeiten stecken, ist es besser, es nicht bis zur zwangsvollstreckung kommen zu lassen. du kannst dich frühzeitig nach einer lösung umsehen. musst du erst einen offenbarungseid leisten – also deine vermögensauskunft abgeben, so kommt es zu einem eintrag ins öffentliche schuldnerverzeichnis. dadurch hast du große nachteile bei etwaigen wirtschaftlichen aktivitäten, denn deine bonität ist jetzt schlecht.

fazit zur zwangsvollstreckung


kann ein schuldner über längere zeit die forderungen eines gläubigers nicht mehr begleichen, so kann der gläubiger seine ansprüche mit rechtlichen mitteln durchsetzen. bevor ein fall von zahlungsunfähigkeit allerdings vor gericht landet, wird erst ein außergerichtliches mahnverfahren durchlaufen. bleibt dieses erfolglos, so kommt es im letzten schritt zu einer zwangsvollstreckung. hat der schuldner etwa forderungen aus einer immobilienfinanzierung beim gläubiger offen, so kann dieser im zuge der vollstreckung die immobilie zwangsversteigern, für die der schuldner seine monatlichen raten nicht mehr aufbringt. eine vollstreckung kann nach einem abgeschlossenen mahnverfahren aber auch bewegliche gegenstände betreffen. besitzt ein schuldner wertgegenstände, so können diese gepfändet werden. gegenstände, die der schuldner zum leben oder arbeiten braucht, dürfen jedoch nicht gepfändet werden, um die ansprüche des gläubigers zu befriedigen.

die frage, die sich viele menschen stellen, die einen immobilienkredit aufgenommen haben, ist: kommt es sofort zur vollstreckung, wenn ich mit meiner monatlichen ratenzahlung in verzug gerate?

hier ist die antwort ganz klar: nein. eine vollstreckung läuft nicht so schnell ab. sie ist an strenge voraussetzungen gebunden. um eine vollstreckung veranlassen zu können, braucht der gläubiger einen vollstreckungstitel mit vollstreckungsklausel. dieser muss zuerst dem schuldner postalisch zugestellt werden, so dass dieser erfährt, dass der gläubiger seine ansprüche durch eine zwangsvollstreckung geltend machen will. dem schuldner wird vom gericht genügend zeit eingeräumt, um zu handeln. so kann er die ansprüche des gläubigers befriedigen, indem er das geschuldete geld aufbringt und dadurch die zwangsvollstreckung abwenden.


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